Braunius’ Prospekt (ca. 1585) ist die älteste Abbildung von Ribe und Riberhus Schloss.

Im Mittelalter stand auf dem Schlosshügel von Riberhus eine Burg, deren Ruinen noch heute auf dem hohen Burghügel zu sehen sind. Hier befand sich einst ein vierflügeliger Gebäudekomplex mit Türmen und Zinnen, von dem aus der königliche Vogt die Interessen der Krone in der Region wahrnahm.

Der hohe Hügel mit seinen wassergefüllten Gräbern ist ein gut erhaltenes Zeugnis der Burgen, die einst in vielen mittelalterlichen Städten standen, von denen heute aber größtenteils keine Spuren mehr zu finden sind.

Die Umgebung der Burg
Früher war Riberhus stadtseitig von einem großen, offenen und unbebauten Gelände umgeben. Stadtabgewandt war die Burg durch den Bach und die Marsch gut geschützt. Das offene Gelände sollte verhindern, dass Angreifer sich der Burg ungesehen nähern konnten, sondern stattdessen ein Ziel für das Feuer der Burgverteidiger mit Kanonen und Handfeuerwaffen darstellten.

Der Zugang von der Stadt zum Burggelände erfolgte durch ein Backsteintor, Pillesport, das am Ende der Grønnegade stand, dessen genauer Standort jedoch unbekannt ist.

Die Zufahrtsstraße nach Riberhus verlief wie heute entlang des Erik Menveds Vej und der Schotterstraße. Die Kohlgarten der Burg befand sich zwischen dem Erik Menveds Vej und dem Fluss, wo heute Villen stehen. Später wurde dieses Gebiet zu einem Bleichteich umfunktioniert, in dem Planen zum Bleichen in der Sonne ausgebreitet wurden.

Auf dem Weg zur Burg gelangte der Besucher zunächst zum Stallhof, der sich auf dem langgestreckten Gelände nördlich von Riberhus befand. Heute befinden sich hier Kleingärten, doch im 15. und 16. Jahrhundert standen an diesem Ort mehrere große Fachwerkställe.

Wie auch heute verlief die ursprüngliche Zufahrtsstraße zur Burg an der Nordseite. Früher führte eine Zugbrücke auf acht Backsteinpfeilern zu einem Torhaus, von dem aus man einen gepflasterten Hof erreichte, der von den Burgflügeln umschlossen war. Braunius’ Prospekt von 1585 vermittelt vermutlich einen guten Eindruck vom damaligen Aussehen Riberhus’.

Ribe um 1670. Zeichnung für Resens Atlas. Zu dieser Zeitpunkt war Riberhus teilweise zerstört. 9. Das Schloss. 10. Wo einmal die Ställe standen.

Von der acht Meter hohen Burghügel aus lässt sich noch heute der markante Kontrast zwischen Stadt und Land erleben, der einst typisch für Marktstädte war. Man hat einen wunderschönen Blick auf Ribe Å, die Marsch und die mittelalterliche Altstadt von Ribe mit ihrer imposanten Kathedrale.

Riberhus im Mittelalter
Riberhus wurde 1268 von König Erik Klipping erbaut. Ausgrabungen im südlichen Zuflusskanal legten einen Randschutz aus eingeschlagenen Eichenpfählen frei, die im Winter 1268/69 gefällt worden waren. Die Burg wurde zeitgleich mit Koldinghus errichtet, um die Grenze des Königreichs zum Herzogtum Schleswig zu befestigen.

Als königliche Burg diente sie der Sicherung und Verwaltung der königlichen Interessen in der Region. Zölle, Steuern und Bußgelder von Bürgern und Bauern wurden von der Burg eingezogen, deren tägliche Angelegenheiten vom Vogt geleitet wurden, der in einigen Fällen nachweislich ein lokaler Magnat war.

Riberhus unter Christian III.
Die Burg Riberhus wurde Mitte des 16. Jahrhunderts umfassend modernisiert, als König Christian III. die mittelalterliche Burg in ihre heutige quadratische Form umgestaltete. Der Wall misst 100 x 100 m und ist von über 20 m breiten, wassergefüllten Gräben umgeben.

An drei der vier Ecken befanden sich kreisförmige Aufsätze, sogenannte Rondelle, die mit Kanonen bestückt waren. Die Rondelle besaßen dicke Ziegelmauern, und der gesamte Burgwall war von einer massiven Ziegelmauer umgeben.

Der Burgwall erhielt sein heutiges Aussehen nach einer Ausgrabungskampagne in den Jahren 1940/41, bei der der völlig zugewachsene Burggraben freigelegt und zahlreiche Gebäudereste ausgegraben wurden. Am deutlichsten sichtbar ist das sogenannte Skriverstuetårn, das möglicherweise aus der Gründungszeit der Burg im Jahr 1268 stammt.

Plan der ausgegrabenen Überreste von Riberhus. Im Dänischen Nationalmuseum.

Nach den Schwedischen Kriegen im 17. Jahrhundert verfiel die Burg. Riberhus wurde abgerissen, und die Baumaterialien wurden für andere Gebäude wiederverwendet. Der königliche Vertreter, nun mit dem Titel Stiftamtmand, zog in das ehemalige Johanniterkloster Korsbrødregaard, das heute als Bischofspalast dient.

Vorwerke und Höfe
Zur Burg gehörte auch ein großes Hof, in der die Vorräte der Besatzung angebaut wurden. Im Mittelalter war dies ein großer Bauernhof nordwestlich der Stadt namens Segeberg.

Nach der Reformation übernahmen die städtischen Nonnenklöster diese Funktion. Das Kloster befand sich östlich des Bahnhofs am Anfang des Tangekvartéret, das früher Ladegårds Jorder hieß.

Zur Burg gehörte außerdem ein Apfelhof, der sich im südlichen Teil der Stadt nahe Sønderport befand.

Königin Dagmar
1913 wurde an der Südecke des Schlosshügels eine Bronzestatue von Valdemar Sejrs erster Königin, der böhmischen Prinzessin Dagmar, errichtet. Sie stammte von der Bildhauerin Anne Marie Carl-Nielsen. Anlass für die Wahl dieses Standorts war die zweifelhafte Erwähnung der Krankheit und des Todes der Königin im Jahr 1212 in Ribe in Volksliedern.

Königin Dagmar Denkmal von Anne Marie Carl-Nielsen. 1913 errichtet.

Bereits 1906 hatte der dänische Schriftsteller Thor Lange die Idee, in Ribe ein Denkmal für Königin Dagmar zu errichten. Einige Frauen aus Ripen griffen seinen Vorschlag auf und gründeten ein Komitee, um Spenden für ein solches Denkmal zu sammeln. Sie wandten sich an die Bildhauerin Anne Marie Carl-Nielsen, da sie die Statue entwerfen sollte.

Einige Jahre zuvor hatte Anne Marie Carl-Nielsen drei Bronzetore für den Dom von Ribe geschaffen.

1913 wurde die Statue von Königin Dagmar an der Slotsbanken eingeweiht. Anne Marie Carl-Nielsen, ihr Ehemann, der Komponist Carl Nielsen, und ihre Kinder waren bei der Enthüllung der Statue anwesend.

Täglich um 12:00 und 15:00 Uhr erklingt im Glockenspiel der Kathedrale von Ribe das Lied über Königin Dagmar: „Königin Dagmar liegt krank in Ribe“.